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Mein ganzes Leben geht den Bach runter....
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Anonymous
Gast





Verfasst am: So, 19.03.2006, 9:10    Titel: Mein ganzes Leben geht den Bach runter....  

Hallo,

ich weiss, dass mir bei meinen heutigen Problem keiner helfen kann, aber vielleicht hilft es mir schon, wenn ich wenigstens drüber schreiben kann.

Ich muss dazu etwas weiter ausholen:

Vor einigen Jahren habe ich einen sozialen Abschluss an einer FOS gemacht. Während meiner Schulzeit habe ich festgestellt, dass das künstlerische mir sehr liegt und ich gern in dem Bereich weiterarbeiten wollte. Naja, leider habe ich dann den ersten Fehler ( oder war es gar keiner..., ich weiss es wirklich nicht ) gemacht:

Nachdem ich zum damaligen Zeitpunkt ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter hatte und sie darüberhinaus nicht gesund war, habe ich mich entschlossen an einer FH zu studieren, die ganz in der Nähe lag, jedoch nur technische Fächer anbot. Ich habe mir selbst eingeredet, dass ich das schon könnte und es mir sicher Spass machen würde. Machte es aber nicht. Ich bin dann immer mehr in einen Strudel geraten, aus dem ich selbst nicht mehr rauskam oder auch aus Bequemlichkeit nicht mehr rauskommen wollte.

Nun ist es soweit: Ich wurde zum Ende des Semesters exmatrikuliert und könnte es durchaus als Chance sehen, endlich das zu verwirklichen was ich wollte. Leider fehlt mir inzwischen der Mut dazu. Während meines Studiums bekam ich Panikattacken und kann mich zwar wieder relativ frei bewegen, aber wie sollte ich jemanden erklären, dass ich an manchen Tagen einfach nicht so kann wie ich gern möchte?

Ich möchte gern ein Fernstudium zur Kauffrau machen und dann ein Geschäft eröffnen, doch auch da weiss ich, dass mehr dazu gehört als einfach mal eine Laune. Ich lebe inzwischen nicht mehr bei meinen Eltern, habe eine Wohnung mit meinem Freund ( der mich auch soweit er selbst kann unterstützt ), möchte aber nach wie vor niemanden ( in dem Fall meine Eltern ) verletzen, indem ich ihnen sage dass ich mich in die Situtation gedrängt gefühlt habe.... Nun steht mir am Montag das Gespräch mit meiner Mutter bevor und ich weiss immer noch nicht was ich tun soll.

Ich fühle mich so nutzlos, ich denke dass ich nichts in meinem Leben geschafft habe und ich habe furchtbare Angst, dass der Zug für mich bereits abgefahren ist ( ich weiss, ich bin noch nicht mal dreissig, habe aber bisher nichts geleistet, was mich mit Stolz erfüllen würde ). Ich wäre so gern einfach nur für meinen Freund da ( er hatte erst vor einem Jahr Krebs ) und wäre ihm eine gute Freundin, eine Hausfrau und Zuhörerin. Ich weiss, dass es finanziell kaum möglich ist ( er ist Student, ich jetzt gar nichts ) finde aber egal wie ich es drehe keine Lösung.

Naja, ich danke euch jedenfalls fürs zuhören, zumindest konnte ich mir jetzt von der Seele schreiben, was momentan in mir vorgeht.

LG und vielen Dank - Ich
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Manuela-Burger
Gast


Anmeldungsdatum: 17.12.2005
Beiträge: 948
Wohnort: Oberkirch, Baden-Württemberg

Verfasst am: So, 19.03.2006, 9:42    Titel:  

Hallo,

ich weiß nicht so recht, was ich Dir schreiben kann, wollte aber nicht einfach so wieder hier verschwinden.
Zuerst :troest: und :kuss: . Wieso willst Du nicht ein Studium nach Deinen Wünschen anfangen? Du schreibst, Du bist noch nicht mal 30, also hast Du doch noch genügend Zeit. Zu dem Thema, bis jetzt noch nichts erreicht: Ein Schulkammeradin von mir war auf der Schule, hat ein Studium angefangen, wieder abgebrochen, wieder was anderes angefangen und dann 2 Kinder bekommen. Gearbeitet hat sie bis zu diesem Zeitpunkt nichts. Glaubst Du, sie hat beruflich war erreicht?
Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem Mut. Meistens ist es hart, aber es ich besser wenn man sagt was man denkt, das solltest Du auch tun.

LG Manuela
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froschi
Gast


Anmeldungsdatum: 01.01.2006
Beiträge: 5639
Wohnort: Heidenrod

Verfasst am: So, 19.03.2006, 9:56    Titel:  

:huhu:

ist schwer was dazu zusagen..........aber ich finde es ist nie zu spät für einen neuanfang....du schreibst bist noch keine 30......es gibt menschen die fangen noch mit 50 was neues an........nur mut.
ich weis ist leichter gesagt das wird mir wenn die kinder in die schule gehen auch auf mich zu kommen dann will ich mich selbständig machen und hab jetzt schon etwas muffe sausen davor :shock2: aber ich denke mir immer andere haben das auch geschafft wieso du nicht.momentan bin ich auch am überlegen zwischenzeitlich nicht auch noch ein fernstudieum zu machen nur um mich etwas weiter zu bilden!
ich drücke dir auf jeden fall ganz ganz feste die daumen das du für dich das richtige findest :DD:
und hab nicht so eine angst vor dem gespräch mit deiner mutter..... es ist dein leben und du sollst glücklich sein dein körper hat dir ja schon durch die panikattacken gezeigt das es so nicht mehr weiter gehen kann (das macht leider meine schwester momentan durch sie igelt sich zu hause ein und ich hab etwas angst um sie)
danke ganz feste an dich :kuss: du wirst dein weg gehen da glaub ich ganz feste dran!
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Farbenspiel
Gast


Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 856

Verfasst am: So, 19.03.2006, 10:16    Titel:  

Hallole Du,

ich kann gut verstehen das so eine Situation sehr schwierig ist. Aber wie Du selbst ja auch schon erkannt hast kann es auch ein Neuanfang in die Richtung sein die Du eigentlich mal einschlagen wolltest. Dein Körper zeigt Dir deutlich das er so nicht mehr weiter mach kann und das eine Änderung egal in welche Richtung einfach nötig ist. Ich zum Beispiel habe keinen Beruf gelernt sondern gleich angefangen in einer Fabrik zu arbeiten um Geld zu verdienen und zu Hause weg zu kommen. Dann habe ich meinen Mann kennen gelernt und 3 wundervolle gesunde Kinder bekommen. Aber..........was mache ich wenn die Kinder aus der Schule sind und mich nicht mehr brauchen..........bekomme ich dann noch irgend eine Arbeit. Im Gegensatz zu Dir bin ich dann wirklich zu Alt um noch mal ganz was neues Anzufangen aber Dir stehen noch alle Türen offen aber durchgehen mußt Du schon selbst. Und das Du dich damals aus welchen Gründen auch immer für das Studium in der Nähe Deiner Mutter entschieden hast kannst Du ihr nicht vorwerfen. Das war ganz alleine Deine Entscheidung und Du trägst auch ganz alleine die Folgen dieser Entscheidung. Ich würde also so etwas Deiner Mutter gegenüber gar nicht erwähnen den das spielt doch heute überhaupt keine Rolle mehr..... nimm Dein Leben jetzt in die Hand und geh den Weg den Du für richtig hälst. Du schaffst das schon und ich drücke Dir ganz fest die Daumen :herz: Liebe Grüße Farbenspiel
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Klöppelfraa 2
Gast


Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 382
Wohnort: 09435 Grießbach

Verfasst am: So, 19.03.2006, 11:24    Titel:  

Hallo, du!
Es gibt Sitationen im Leben, welche man einfach nicht mehr ändern kann. Du stehst gerade an so einem Scheideweg. Jeder Mensch muß sich irgendwann in seinem Leben für einen Weg entscheiden und es ist gut, wenn er die Entscheidung ohne andere trifft. Meinen Kindern habe ich immer gesagt, nehmt einen Zettel und schreibt das Für und Wider nebeneinander bedenkt dann alles in Ruhe und entscheidet. Vielleicht kannst du erst einmal eine Ausbildung als Verkäuferin machen. Wenn dir das dann Freude bereitet, kannst du ja nebenher das Fernstudium beginnen. Dann hast du aber auch erst einmal einen Vorgeschmack, was auf dich zukommt, wenn du ein Geschäft eröffnen willst. Ich wollte gerne Kindergärtnerin werden, habe aber bei dem Aufnahmegespräch nicht genügt. Meine Eltern haben sich dann um eine Ausbildung als Handelskauffrau bemüht und die habe ich dann auch abgeschlossen. Richtige Freude hatte ich im Büro nicht, bin deshalb nach der Geburt meiner Kinder als Verkäuferin arbeiten gegangen. Das würde ich heute auch gerne tun.(Bin arbeitslos)
Ich denke, daß deine Mutter für dich Verständnis haben wird, wenn ihr in Ruhe miteinander reden könnt. Welche Mutter verstellt ihren Kindern den Weg. Auf alle Fälle hat sie eine gewisse Lebenserfahrung, die du ihr nicht absprechen kannst und dadurch auch einen anderen Blickwinkel.
Jedoch entscheiden mußt du alleine. Man sollte auch andere für seine Fehlentscheidungen nicht verantwortlich machen.(außer man wurde zu etwas gezwungen!)
Sei froh, daß du einen Partner hast, der dich versteht. Er wird deine Entscheidung mit dir tragen.
Wünsche dir Kraft und Duchhaltevermögen Deinen Weg zu gehen.
Versuch erst einmal nach vorne zu schauen und nicht rückwärts.
Einen lieben Gruß sendet Dir Helga.
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Anonymous
Gast





Verfasst am: So, 19.03.2006, 12:11    Titel:  

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank erst mal für eure aufbauenden Worte!

Ich weiss, dass ich etwas ändern muss und auch, dass ich meine Mutter nicht für das verantwortlich machen kann was vorgefallen ist. Ich habe mich damals so entschieden, ich habe jetzt mit den Konsequenzen zu leben.

Meine Mutter ist eine sehr energische Frau, die durchsetzen möchte, was sie für richtig hält. So hat sie mich damals auf diesen Weg gelenkt, was keine Entschuldigung für mich sein soll. Ich habe den Weg gewählt, der zu dem Zeitpunkt der bequemste für mich war und mir um meine Zukunft keine Gedanken gemacht. Das büße ich jetzt.

Vielleicht sollte ich zu meiner jetztigen Situation noch etwas erklären: Die Panikattacken die ich habe, hat auch meine Mutter schon seit sehr vielen Jahren. Sie sind nicht erblich, es ist ziemlich ungewöhnlich zwei Fälle in einer Familie zu finden. Sie hatte seit Beginn ihrer Krankheit immer starke Verlustängste und seit ich ausgezogen bin ist unser Verhältnis nicht mehr besonders gut. Obwohl wir beide uns eigentlich unterstützen sollten, kämpfen wir gegeneinander. Auch ruhige Gespräche arten in Streit aus. Ich möchte das nicht und bemühe mich einen gemeinsamen Nenner zu finden, habe es bisher aber nie geschafft.

Sie ist nicht einverstanden mit dem Partner den ich habe und das führt dann zu weiteren Problemen. Jetzt habe ich Angst, das unsere Beziehung völlig zerbricht und ich nicht nur meine berufliche Zukunft gefährdet sondern auch das Verhältnis zu meiner Mutter endgültig zerstört habe. Wenn ich ihr das sage wird sie mir vorhalten, dass ich an allen schuld bin und mir das vorher überlegen hätte sollen.


Ich sehe nicht alles so schwarz wie es jetzt auf euch wirken mag, ich kenne meine Mutter nur einfach gut genug um zu sehen, dass sie nie einen Schritt auf mich zu machen könnte, selbst dann nicht, wenn ich ihr zehn vorraus gehe.

Danke und liebe Grüße!
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woelfin
Gast





Verfasst am: So, 19.03.2006, 12:23    Titel:  

Hallo Du,

als ich so alt war wie du, habe ich auch meinen Eltern diverse Fehler vorgehalten. Ich habe völlig unzureichende Unterstützung bekommen, als es darum ging, was ich für eine Ausbildung machen soll. Das hat sich natürlich heute relativiert, ich bin jetzt Mitte 40. Trotzdem ich so jung war,
war es meine eigene Entscheidung. HEUTE würde ich mich anders entscheiden. Aber wenn ich die Gelegenheit hätte, noch mal zu entscheiden, mit dem gleichen Wissen von damals , ich glaub nicht, das ich eine andere Entscheidung treffen könnte.
Auch ich habe einen völlig falschen Beruf für mich gewählt, dennoch:
Wäre ich diesen Weg nicht gegangen, hätte ich jetzt nicht die Familie, die ich mir so sehr gewünscht habe, einen Mann, der mich unterstützt und zwei wundervolle Kinder.
Du bist verantwortlich, wirf Deiner Mutter nichts vor. Das ist nicht leicht, wenn man wütend und verzweifelt ist. Du wirst irgendwann verstehen und einverstanden sein, daß Du so entschieden hast. Denn das bist Du. Mach Deinen Frieden damit und schau in die Zukunft. Wenn Du etwas wirklich willst, dann schaffst Du das auch. Informiere Dich und hole Dir Unterstützung.
Alles Gute für Dich.
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