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Achim von Arnim (1781-1831)
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Leddes



Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 22:26    Titel: Achim von Arnim (1781-1831)  

Abendsegen
(Mündlich.)

Der Tag hat seinen Schmuck auf heute weggethan,
Es ziehet nun die Nacht die braunen Kleider an;
Und deckt die Welt in angenehmer Ruh
Mit ihren Schatten zu.

Wohlan ich suche nun auch meine Lagerstadt,
Worauf der müde Leib sich zu erquicken hat;
Und wo der Geist geruhig und vergnügt
In süßer Stille liegt.

Ein gut Gewissen wird mein Abendsegen seyn,
Die Unschuld machet mich von aller Falschheit rein,
Mein Herz ist treu, wer anders von mir spricht.
Der kennet mich noch nicht.

So kleide dich nun aus, mein ungebundner Sinn,
Durch dich leg ich vergnügt die Sorgenkleider hin;
Die Brust ist frey, die Kummer und Verdruß
Bei andern quälen muß.

Ein froh Gemüthe soll mein saubres Nachtzeug seyn,
In solchen schlaf ich sanft und ohne Schwermuth ein;
Und machte mir auch was Melancholey,
So schwebt sie doch vorbey.

Der Himmel wacht bei mir, sein Auge das mich kennt,
Muß mir die Lampe seyn, die mir zum Troste brennt;
Und weil das Oel der Gnade nie gebricht,
Ach so verlöscht sie nicht.

Die süßre Hoffnung ist auf meinen Dienst bereit,
Die lauter Rosen mir zum Ruhebette streut;
Und die Geduld deckt mich mit Myrthen zu,
So schön ist meine Ruh.

Zum Schlafgesellen nehm ich die Vergnügung an,
Die drück ich an mein Herz, so fest ich immer kann,
Man schläft, wenn so ein Schaz in Armen liegt,
Unmöglich mißvergnügt.

Und treibt ihr Träume ja ein Sinnenspiel mit mir,
So stellt in süßer Ruh mir meine Freundinn für;
Vielleicht wird das, was jetzt ein Schatten ist,
Noch in der That geküßt.

Nun dir befehl ich mich, du angenehme Nacht,
Und wenn das Morgengold am frühen Himmel lacht,
So werde doch dem Herzen das geschenkt,
Worauf es schlafend denkt.
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Leddes



Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 22:35    Titel:  

Abzählen bei dem Spiel

Eins, zwei, drei,
In der Dechanei,
Steht ein Teller auf dem Tisch,
Kömmt die Katz und holt die Fisch,
Kömmt der Jäger mit der Gabel,
Sticht die Katze in den Nabel,
Schreit die Katz: Miaun miaun,
Wills gewiß nicht wieder taun.

Eins, zwei, drei,
Hicke, hacke, Heu,
Hicke, hacke Haberstroh,
Vater ist ein Schnitzler worden,
Schnitzelt mir ein Bolz,
Zieh ich mit ins Holz,
Zieh ich mit ins grüne Gras,
Altvater, was ist das?
Kind, es ist ein weißer Haas!
Puh, den schieß ich auf die Nas.

Jäger bind dein Hündlein an,
Daß es mich nicht beissen kann,
Beißt es mich,
Straf ich dich,
Um sechshundert dreissig.
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Maria



Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 1056
Wohnort: Beim 1 Baum links abbiegen in Tirol

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 22:36    Titel:  

Gefällt mir sehr
Lustiger Schreibstil :volldoll:
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Leddes



Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 22:46    Titel:  

Hallo Maria
Habe noch etwas

Abzählen, den die letzte Silbe trift, der muß nachlaufen
Gedicht von Achim von Arnim


Ahne, Krahne, wickele, wahne,
Wollen wir nit nach England fahren,
England ist verschlossen,
Schlösser sind verrostet,
Schlüssel ist verloren,
Müssen wir ein Loch nein bohren,
Sind wir nein gekrochen,
Haben die Töpf verbrochen,
Wenn der Kessel tief ist,
Wenn die Milch süß ist,
Wenn die Puppen tanzen,
Wollen wir Lanzen pflanzen
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Maria



Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 1056
Wohnort: Beim 1 Baum links abbiegen in Tirol

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 22:55    Titel:  


Vielen Dank
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Leddes



Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 22:56    Titel:  

Ach wenn ich doch ein Täublein wär

Dort oben auf dem Berge,
Da steht ein hohes Haus,
Da fliegen alle Morgen,
Zwey Turteltäublein raus.

Ach wenn ich nur ein Täublein wär!
Wollt fliegen aus und ein,
Wollt fliegen alle Morgen!
Zu meinem Brüderlein.

Ein Haus wollt ich mir bauen,
Ein Stock von grünem Klee,
Mit Buchsbaum wollt ichs decken,
Und rothen Nägelein.

Und wenn das Haus gebauet wär,
Bescheert mir Gott was n’ein,
Ein kleines, kleines Kindelein,
Das soll mein Täublein seyn.

Gedicht von Achim von Arnim
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Maria



Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 1056
Wohnort: Beim 1 Baum links abbiegen in Tirol

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 23:01    Titel:  

:lol: Was für ein Deutsch
Ich komme mit der neuen Rechtschreibung schon nicht zurecht
Schöne Reime :volldoll:
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Leddes



Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden

Verfasst am: Sa, 11.10.2008, 23:07    Titel:  

Hallo MAria

1780 wurde halt etwas anders geschrieben. :-D und wir plagen uns mit den Neudeutschen begriffen rum. Wer weis schon wo unsere Sprache hingeht.

Gruß Leddes
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