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Bastelfactory Die kleine Ideen-Fabrik
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 21:43 Titel: Christian Morgenstern (1871-1914) |
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Die zwei Wurzeln
Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.
Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.
Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.
Die eine sagt knig, die andere sagt knag.
Das ist genug für einen Tag. |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 21:44 Titel: |
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Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.
Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 21:45 Titel: |
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Die Unterhose
Heilig ist die Unterhose,
wenn sie sich in Sonn und Wind,
frei von ihrem Alltagslose,
auf ihr wahres Selbst besinnt.
Fröhlich ledig der Blamage
steter Souterränität,
wirkt am Seil sie als Staffage,
wie ein Segel leicht gebläht.
Keinen Tropus ihr zum Ruhme
spart des Malers Kompetenz,
preist sie seine treuste Blume
Sommer, Winter, Herbst und Lenz. |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 21:47 Titel: |
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Von den heimlichen Rosen
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn -
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.
Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,
als wie ein Wind in einm Wald -
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn -
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn. |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 21:57 Titel: |
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Hasengedicht
Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
des Glaubens, niemand sähe diese.
Doch, im Besitze eines Zeißes,
betrachtet voll gehaltnen Fleißes
vom vis-a-vis gelegnen Berg
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.
Ihn aber blickt hinwiederum
ein Gott von fern an, mild und stumm |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 21:59 Titel: |
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Weidenkätzchen
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.
Wollen's gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.
In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.
Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:05 Titel: |
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Auf dem Strome
Am Himmel der Wolken
Erdunkelnder Kranz
Auf schauerndem Strome
Metallischer Glanz
Die Wälder zuseiten
So finster und tot
Und in flüsterdem Gleiten
Vorüber mein Boot...
Ein Schrie aus der Ferne -
Dann still wie zuvor
Wie weit sich von Menschen
Mein Leben verlor!
Eine Welle läuft leise
Schon lang nebenher,
Sie denkt wohl, ich reise
Hinunter zum Meer...
Ja, ich reise, ich reise,
Weiß selbst nicht, wohin
Immer weiter und weiter
Verlockt mich mein Sinn.
Schon kündet ein Schimmer
Vom morgenden Rot, -
Und ich treibe noch immer
Im flüsternden Boot. |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:07 Titel: |
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Aus stillen Fenstern
Wie oft wirst Du gesehn
Aus stillen Fenstern,
Von denen du nichts weißt...
Durch wieviel Menschengeist
Magst du gespenstern,
Nur so im Gehn... |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:12 Titel: |
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An den andern
Ich hatte mich im Hochgebirge verstiegen.
Die Felsenwelt um mich, sie war wohl schön;
doch konnt ich keinen Ausgang mir ersiegen,
noch einen Aufgang nach den lichten Höhn.
Da traf ich Dich, in ärgster Not: den andern!
Mit Dir vereint, gewann ich frischen Mut.
Von neuem hob ich an, mit Dir, zu wandern,
und siehe da: Das Schicksal war uns gut.
Wir fanden einen Pfad, der klar und einsam
empor sich zog, bis, wo ein Tempel stand.
Der Steig war steil, doch wagten wir's gemeinsam...,
Und heut noch helfen wir uns, Hand in Hand.
Mag sein, wir stehn an unsres Lebens Ende
noch unterm Ziel, - genug, der Weg ist klar!
Dass wir uns trafen, war die große Wende.
Aus zwei Verirrten ward ein wissend Paar. |
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Maria
Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 1056
Wohnort: Beim 1 Baum links abbiegen in Tirol
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:20 Titel: |
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:volldoll:
Einige kann ich noch auswendig
Wir mußten die früher in der Schule lernen und meine Söhne auch
Finde sie heute wieder toll :lol: |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:28 Titel: |
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Hallo Maria
Da muß ich leider gestehen. Ich kannte sie nicht. Aber man lernt ja nicht aus. Der Name ist Begriff aber in der Schule nie gelernt und dann ist es an einem vorbei gegangen. Erst seit dem ich selber Gedichte schreibe fällt mir das eine oder andere verstärkt auf und ich muß sagen mir gefallen diese auch.
Gruß Leddes |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:41 Titel: |
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Das Mondschaf
Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf rupft sich einen Halm
und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
"Ich bin des Weltalls dunkler Raum."
Das Mondschaf.
Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn ist rot.
Das Mondschaf.
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Maria
Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 1056
Wohnort: Beim 1 Baum links abbiegen in Tirol
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:41 Titel: |
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Ich habe sehr viele Gedichte gesammelt
Allerdings die meisten in unserer Mundart
Ich würde sie schon einmal für dich schreiben aber ich glaube du würdest es nicht verstehen
Ich komme aus Tirol |
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Leddes
Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 1356
Wohnort: Baden-Baden
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| Verfasst am: Di, 07.10.2008, 22:50 Titel: |
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Hallo Maria
In Mundart kann auch sehr schön sein. Du kannst es gerne probieren. So kann man sich auch mit Dialekten auseinander setzen. Versuchs doch einfach mal. Warum nicht. Man soll seine Heimat ja nicht verstecken.
Leider kann ich so etwas nicht, weil bei mir zuviel gemischt (Sudetendeutsch-hessisch-badisch) ist und in badisch schreiben kann ich sie leider nicht.
Gruß Leddes |
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